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Archiv für die Kategorie 'PC-Spiel'

Jens

Verbietet Killer-Rennspiele

Wissenschaftler der katholischen Universität Leuven in Belgien haben herausgefunden, so heise, dass das Spielen von Rennspielen, insbesondere solchen, in denen das Rammen anderer Fahrzeuge oder das Überfahren von Menschen zusätzliche Punkte bringt, das spätere Fahrverhalten prägt.

Da laut statistischem Bundesamt überhöhte Geschwindigkeit und riskante Fahrweise Unfallursache Nummer zwei bei tödlichen Unfällen sind, fordere ich ein sofortiges Verkaufsverbot solcher Spiele an Personen, die bei Kauf keinen Führerschein vorweisen können.

Ersatzweise kann auch ein Erklärung bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde eingereicht werden, dass man nie vor hat, einen Führerschein zu machen oder ein Kraftfahrzeug zu führen.

Wo wir gerade dabei sind, schlage ich vor, Kindergeschichte, wie den Suppenkasper und den Daumenlutscher zu verbieten.

Im Suppenkasper wird der von Terroristen oft praktizierte Hungerstreik verharmlost und im Daumenlutscher übertriebene Gewaltanwendung verherrlicht.

Der Genuss von Max und Moritz könnte übrigens dazu führen, dass ein Kind eine positive Einstellung zu Eigentumsdelikten, Sabotage und Sprengstoffanschlägen bekommt – verbieten.


Eventuelle Ähnlichkeiten mit immer wiederkehrenden Diskussionen zu Amokläufen, Killerspielen und deren Verbot sind reine Absicht.

Das nach dem Amoklauf in Winnenden gegründete Aktionsbündnis hat ein Positionspapier als Appell an den Deutschen Bundestag gesandt.

Ich bin wieder einmal völlig entgeistert davon, wie hier zwei für mich offensichtlich unterschiedliche Dinge über einen Kamm geschoren und verwirrend vermischt werden: Computerspiele und Waffen.

Grundsätzlich verstehe ich den Wunsch nach einer Gewaltlosigkeit an Schulen. Ebenso verstehe ich die Forderung, den Besitz von großkalibrigen Waffen für Privatleute zu verbieten. Was ich allerdings nach wie vor nicht verstehe: Was haben Computerspiele damit zu tun??

In dem lächerlich hochgestochen formulierten Papier [1] wird unter anderem angeführt:

Zudem verfügen die Täter über enorme Treffsicherheit, was auf eine jahrelange
Übung mit Schusswaffen und gewaltrelevanten Computerspielen zurückzuführen ist.

Treffsicherheit durch Computerspiele…? Der Schreiberling hatte entweder noch nie eine Waffe oder noch nie eine Maus in der Hand.

Dies ist wohl die geeignete Stelle, um klarzustellen, dass ich die Forderung nach dem Verbot großkalibriger Waffen unterstütze, aber nicht die nach der Abschaffung bzw. dem Verbot von sogenannten gewaltrelevanten Computerspielen.

Übrigens: Was soll denn gewaltrelevant bedeuten? Ich halte das für so eine Wortkonstruktion, die entsteht, wenn jemand gestelzt daher reden möchte, aber keine Ahnung von Fremdworten hat.

Wenn hier irgendeine Formulierung richtig ist, dann ist es wohl eher “Computerspiel mit Gewaltanteilen”, also ein Spiel, bei dem die Anwendung und Auswirkung von Gewalt einen mehr oder weniger hohen Stellenwert hat.

Das Papier schließt mit einer Forderung:

Unser Appell lautet:
Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, virtuell Menschen zu ermorden.

In der Kommunikationstheorie lernen wir, dass jede Nachricht einen Appell beinhaltet. In diesem Zitat erkenne ich den Appell, den Urheber nicht auf die Bedeutung der Worte festzunageln, da er sie völlig falsch verwendet.

Was soll denn ein Killerspiel sein? Wenn Kinder Cowboy und Indianer spielen, ist das dann schon ein Killerspiel?

Was soll denn virtuelles Ermorden sein? Sie verstehen das auch nicht? Prima, dann sind wir schon zu zweit.

Genau so ein Problem habe ich mit dem Begriff “Mord”, der hier einfließt. Mord bedeutet Vorsatz, niederer Beweggrund und jede Menge anderes juristisches Bla bla. Wenn ich z.B. Call of Duty oder ein anderes First-Person-Spiel spiele, dann habe ich keine niederen Beweggründe und auch keinen Vorsatz. Ich “kämpfe” als Soldat in diversen Missionen und in der Regel heißt es in diesen Spielen “Er oder ich”, was eine Situation der Selbstverteidigung herbeiführt.

Außerdem sind derartige Handlungen vom Humanitären Völkerrecht in bewaffneten Konflikten abgedeckt – also kein Mord.

Um mal so langsam zum Schluss zu kommen:

Ich unterstütze alle Forderungen, die verhindern, dass Kinder oder Jugendliche leichten Zugang zu Waffen haben. Im Grunde genommen gibt es nahezu keinen Grund, warum eine Privatperson Waffen besitzen sollte.

Weiterhin unterstütze ich alle Forderungen, die darauf abzielen, Kinder vernünftig zu sozialisieren und den Wert eines menschlichen Lebens dauerhaft in ihren Köpfen zu verankern.

Schlussendlich wünsche ich mir, dass Aktionsbündnisse, wie das in Winnenden, zurückfinden zur Sprache der normalen Menschen und hin und wieder mal ihren Kopf benutzen, bevor die derartige Schriftstücke von sich geben. Bei aller Solidarität, die ich mit den Trauernden habe, finde ich es zutiefst beschämend, wenn ohne nähere Kenntnis und entgegen wissenschaftlicher Meinungen Computerspiele zum Sündenbock gemacht werden, wo in Wirklichkeit die Eltern und andere Bezugspersonen schon lange vorher versagt haben müssen.

Mehr sage und erkläre ich hier nicht – benutzen Sie doch bitte Ihren eigenen Kopf oder lassen Sie weiterhin woanders denken.


[1] - Hier passt ausnahmsweise einmal der Begriff “Pamphlet”

boxart[1]

Ein Team von Fans des wohl besten Echtzeitstrategiespiels aller Zeiten, nämlich Company of Heroes, hat ein großartiges AddOn entwickelt, das kostenlos zum Download bereit steht:

Eastern Front

Der Grundgedanke dahinter ist, dass dem Spiel abseits der Amerikaner, Briten und Deutschen noch eine weitere große Partei fehlt, die sich kriegsentscheidend betätigt hat.

Das 627 MB große AddOn lässt sich am einfachsten über die ModDB herunterladen, was während meines Versuchs allerdings bei Downloadraten zwischen 50 und 150 kB/s fast drei Stunden dauerte.

Das Spiel lässt sich nach der problemlosen Installation des AddOns sowohl mit als ohne Modifikation starten und spielen. Der erste Start verläuft problemlos und schnell bemerkt man geänderte Hintergründe, auf russisch gequälte Musik und dann ein neues Erscheinungsbild des Hauptmenüs. Hier muss ich mal anmerken, dass das alleinige Umdrehen von einzelnen Buchstaben aus einem englischen Titel keinen russischen macht (s. Bild). Zumal das umgedrehte ‘R’ wie “ja” ausgesprochen wird und das umgedrehte ‘N’ wie ‘i’:

Eastejai Fjaoit sollte das Spiel doch bestimmt nicht heißen ;-)

EF bringt 21 neue Karten mit, sieben für 1vs1, fünf für 2vs2, sechs für 3vs3und drei für 4vs4, darunter Schauplätze wie Berlin, Stalingrad, Seelow und Halbe(-Teupitz).

Beim ersten Spiel gab es kleinere Reibungsverluste, da ich mich zunächst einmal an die Infanterieeinheiten und Fahrzeuge gewöhnen musste. Probleme ergaben sich unter anderem darin, dass die russischen Infanteristen nicht auf Knopfdruck den Rückzug zum Hauptquartier antreten können und außerdem keine liegen gelassenen Waffen besetzen können.
Ein weiteres Problem entsteht, wenn man einer Infanterieeinheit am Hauptquartier Verstärkung angedeihen lassen möchte, denn das mehrfache Betätigen der gewohnten ‘R’-Taste führt lediglich dazu, dass die EInheit mit Nebel um sich schmeißt.

Der der Russischen Fraktion zur Verfügung stehende Kommandantentrupp dürfte die stärkste Einheit im Earlygame sein, was unter anderem auch an der Fähigkeit, einen leichten Artillerieschlag anfordern zu können liegen mag.

Fazit (bislang): EF bringt neue Möglichkeiten ins Spiel und erfordert von Mitspielern wie Gegnern neue Taktiken. Spannung auf lange Zeit sollte garantiert sein.


Ein Hinweis: Ich spreche hier über ein Strategiepiel, wirkliche kriegerische Auseinandersetzungen und bewaffnete Konflikte sind weder abwechslungsreich noch spannend und eine derartige Einstellung soll hier auch nicht gezeigt werden.