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Archiv für die Kategorie 'Straßenverkehr'

An diesem Wochenende wartete meine Heimatstadt mit einer besonderen Überraschung für mich auf: Die Fahrbahndecke der Talstraße zwischen dem Zubringer zur K18 und der Einmündung Beethovenstraße wird erneuert.

Nun, das ist nicht die eigentliche Überraschung, sondern mehr die Art, wie man sich den Verkehrsfluss im Einmündungsbereich Talstraße/Beethovenstraße vorstellt, wie man dort “abgesichert” hat und was tatsächlich dabei rauskommt.

So sieht es da im Normalfall aus:

Kartenbild

Der Blick, wenn man die Beethovenstraße herunter kommt sieht jetzt etwas anders aus:

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Da steht ein Stoppschild[1] an einer Haltelinie, dessen Sinn sich nicht erschließt. Man hält also an, fährt dann weiter und denkt nach. Weiter vorne, an der abgeschalteten Ampel steht ein weiteres Stoppschild, ohne Haltelinie. Man fährt also vor, bis man in die Talstraße hinein sehen kann und … kriegt einen halben Herzinfarkt, weil man plötzlich Gegenverkehr auf der eigenen Spur hat.

Wo kommt dieser Gegenverkehr her?

Ich versetze mich in die Situation der Fahrer, die die Talstraße in Richtung Neandertal fahren. Deren Sich ist etwa so:

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Und dann so:

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Besonders wichtig dürfte aus diesem Blickfeld der folgende Ausschnitt sein:

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Geradeaus geht es nicht, das war schon wegen des Schildes mit der Vorankündigung klar. Links an der Absperrung vorbei darf man wohl nur, wenn man zu den Anliegern gehört.Also vor dem Schild links abbiegen und wenn man sich diese Stelle jetzt mal von oben anschaut, dann weiß man, warum plötzlich Gegenverkehr auf der eigenen Spur unterwegs ist:

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Eine improvisierte Lösung konnte ich ebenfalls beobachten:

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Während der etwa 10 Minuten, in denen ich dort die Bilder machte, kam es zu mehreren gefährlichen Situationen, was in meinen Augen darauf zurückzuführen ist, dass die Situation für alle Verkehrsteilnehmer völlig unklar ist. Dies liegt an einer sehr unbeholfenen Idee, wie der Verkehr hier fließen soll und deren mangelhafte Ausführung, denn hier fehlt eindeutig das ein oder andere Schild.

Ich bin durch diese Stelle zum ersten Mal bei Regen und Dunkelheit gefahren und hätte beinahe einen Unfall gehabt, weil mir jemand mit sehr forscher Geschwindigkeit entgegen kam.

Zur besseren Anschauung habe ich eine kurze Filmaufnahme gemacht, auf der hoffentlich keine Kennzeichen dafür aber die Gefahr dieser Absicherung zu sehen ist:

Der Verkehrsfluss oder was man dafür halten könnte

Im Video sind mehrere Dinge deutlich zu sehen:

  • Das obere Stoppschild erscheint dem nicht ortskundigen Fahrer so aberwitzig, dass er vorsichtshalber nicht anhält,
  • das zweite Stoppschild wird sicherheitshalber ebenfalls ignoriert und
  • die Stelle ist zu eng, um Verkehr in beide Richtungen passieren zu lassen.

Als Bürger und Verkehrsteilnehmer frage ich mich hier, wer hier geschlafen hat. Waren hier Ignoranz oder Unfähigkeit oder beide am Werk?

Es ist wohl jedem klar, dass hier schnell etwas passieren muss, sonst passiert bald was.

  1. Das schreibt man jetzt mit zwei ‘p’, aber auf dem Schild steht nur eines – wie heißt das Schild denn nun? []

Ein schöner Artikel steht in der heutigen Ausgabe der Rheinischen Post. Was dort steht trifft ganz sicher nicht nur auf Mettmann sondern auch auf fast alle anderen deutschen Städte zu: Die bloße Menge an Verkehrsschildern treibt einen Autofahrer in den Wahnsinn.

Ich frage mich schon lange, warum man nicht Regeln aus anderen Ländern übernehmen kann, wenn sie denn offensichtlich zu Vereinfachungen führen?[1]

imageEin typisches Beispiel voller Missverständnisse sind wohl die folgenden beiden Schilder mit allen möglichen Zusätzen, wie “ab hier”, “bis hier”, “davor und danach”, “an Werktagen”, “zwischen 7 und 18 Uhr”, “Donnerstags zwischen 7 und 9”:

Wer soll sich denn da noch auskennen, wenn man im fließenden Verkehr einen Parkplatz sucht, wohin da welcher Pfeil zeigt, ob der Samstag ein Werktag ist und wie viel Uhr wir gerade haben?

Hinzu kommt, dass Schilder auch noch richtig herum aufgestellt sein müssen, eben so, wie sie in der StVO abgebildet sind…

Aber zurück zum Thema Schilder und Parken.

Vor einigen Jahren war ich mal auf der englischen Insel und die Regelungen bzw. Markierungen für Parken oder nicht Parken gefielen mir dort wirklich gut, weil sie einfach und unmissverständlich sind:

Parken

Eine einfache gelbe Linie am Straßenrand bedeutet das Parkverbot an Werktagen, eine doppelte gelbe Linie, welche parallel zum Rinnstein am Straßenrand verlaufen, bedeuten das generelle Park- bzw. Halteverbot. Eine gelbe Linie, welche unterbrochen ist, verbietet das Parken zu bestimmten Zeiten. Zu welcher Zeit die Verbote gelten, steht geschrieben auf den kleinen Schildern am Straßenrand. Entgegen der Fahrtrichtung Parken wird meist toleriert.
Der Parkraum ist meist knapp, doch es gibt oft gekennzeichnete Parkflächen, wo Sie Ihr Fahrzeug auch länger abstellen können. Manchmal ist die Parkdauer begrenzt, auf 12 oder 18 Stunden.

Halteverbot

Eine weiße und doppelte Längslinie in der Mitte der Straße bedeutet Halteverbot. In London gibt es auch rote Linien am Straßenrand, welche das Halteverbot nochmals verschärfen, damit der Verkehrsstrom ungehindert auf allen Spuren fließen kann.

Quelle: www.autogenau.de

Das sieht dann in der Praxis so aus:

imageimage

Quelle: HighwayCode

So ein System ist vermutlich etwas intuitiver, als unsere Schilder.

  1. Gehört hier ein Fragezeichen hin…? []

…ist wichtig” titelt die Rheinische Post heute Morgen.

Auch wenn der Artikel recht kurz geraten ist, steht eine wesentliche Aussage darin:

Ohne Beleuchtung sollte man sich in der Dunkelheit nicht aus Rad setzen. Autofahrer haben in der Regel keine Nacht- sichtgeräte an Bord.

Wenn das Thema schon einmal angesprochen wird, dann hätte man allerdings auch noch ein paar andere Dinge erwähnen können, die für alle Verkehrsteilnehmer, seien es Fußgänger oder Führer eines Kraftfahrzeugs, das Leben auf und neben der Straße einfacher und sicherer machen.

So fällt mir immer wieder auf, dass die sogenannten Radsportler gerne die Straße benutzen, obwohl ein Radweg vorhanden ist. Das stößt mir vor allem im Neandertal immer wieder sauer auf, weil es den Verkehrsfluss behindert und zu gefährlichen Überholmanövern führt. Letztlich dokumentieren diese Radfahrer nicht, dass sie besonders sportlich sind, sondern dass ihnen andere Menschen völlig egal sind. Ich drücke es bewusst drastisch aus: Wer trotz eines vorhandenen Radwegs auf der Straße fährt ist kein toller Radsportler sondern schädigt die Gesellschaft und das Zusammenleben.

In Wikipedia (und anderen Quellen) findet man eine Wortdefinition, die hier passend ist:

Asozialität ist eine Zuschreibung für Verhaltensweisen von Individuen oder Gruppen, die von den gesellschaftlichen Normen abweichen.

Jens

Überholverbot für LKW

Der Herr Ramsauer ist sauer. Weil er auf seiner Urlaubsreise nicht vorwärts kam, sondern von überholenden LKW[1] aufgehalten wurde.

Also verkündet er vollmundig, dass man den LKW das Überholen verbieten muss.

Tolle Idee.

An allen Stellen, wo man das schon getan hat und wo dementsprechende Schilder stehen, kümmert sich allerdings niemand darum: Die LKW überholen trotzdem, weil die Wahrscheinlichkeit, dabei von der Polizei erwischt zu werden, inzwischen nahe bei Null ist. Das dürfte eine Folge der Verdoppelung der Aufgaben der Polizei bei gleichzeitiger Halbierung der Stärke sein.

Meiner Meinung nach hat Herr Ramsauer hiermit deutlich dokumentiert, dass er auf reine Stimmungsmache zugunsten seiner Politik aus ist, denn hier hat er offensichtlich weder nachgedacht noch nachdenken lassen[2].

Was wir brauchen, sind sicherlich keine neuen Regeln sondern erst einmal die Sicherstellung, dass bereits vorhandene eingehalten werden. Und was wir außerdem brauchen ist weniger Selbstbeweihräucherung…

Und was außerdem wünschenswert ist, sind Politiker, die zum Wohle des Volkes bzw. dessen Mehrheit handeln… *seufz*


[1] - Die Mehrzahl von LKW ist LKW und nicht Lastkraftwagens

[2] - Kann man Politiker eigentlich nicht dazu zwingen oder zwingen lassen, vorher nachzudenken…?

Quelle: heise Unter diesem Titel bezieht sich heise auf eine Studie des amerikanischen Highway Loss Data Institute, in dem anhand eines Vergleichs der Unfallzahlen vor und nach Einführung eines Telefonierverbots ohne Freisprecheinrichtung aufgezeigt werden soll, dass ein Handyverbot nichts bringt.

Dazu möchte ich mal anmerken, dass dieses Institut sich auf seiner Startseite das wissenschaftliche Arbeiten auf die Fahne geschrieben hat, der Ausgang der Studie aber mit den Worten

"Die Unfallzahlen blieben vielleicht konstant, weil das Telefonieren per Freisprechanlage ebenso ablenkt, wie das Telefonieren mit einem Handy"

abgeschlossen wird, was nicht wissenschaftlich ist, sondern eine freche Behauptung [1].

Am Tag davor titelte heise mit “US-Forscher: Handy beim Autofahren kein Unfallrisiko”, was nicht im geringsten dem Inhalt entspricht und sich etwa auf dem Niveau einer Bild-Schlagzeile bewegt.

Nun, dann will ich den Herrschaften mal einen Steilpass geben, damit sie ihre eigene Studie besser verstehen:

Verbote bringen grundsätzlich nie etwas, es sei denn, man überwacht die Einhaltung der Verbote.

Beispiel:

Wenn man, wie ich, häufig auf den deutschen Autobahnen unterwegs ist, dann fragt man sich vielleicht, wieso LKW so oft im Überholverbot überholen, warum so dicht aufgefahren wird und warum man ständig rechts überholt wird. Auch hier ist die Antwort ganz einfach:

Die Wahrscheinlichkeit, dass man auf einer Autobahn vom Blitz getroffen wird, ist höher, als diejenige, einen fahrenden Polizeiwagen zu sehen, der nicht nur von A nach B unterwegs ist, sondern dort tatsächlich der Verkehrsüberwachung dient.

Die Polizeibeamten sind an dieser Misere vermutlich unschuldig, ich sehe die Schuld eher bei den Politikern, die bei steigenden Kraftfahrzeugzahlen die Anzahl der Polizeibeamten reduzieren und gleichzeitig die Aufgaben der Polizei verdoppeln…

Gegenbeispiel:

Ich rege folgendes zweistufige Experiment [2] an:

  1. 30 Minuten Handytelefonierend über die Autobahn fahren und dabei nach eigenem Ermessen rechts überholen
  2. 30 Minuten in der Koblenzer oder Kölner Innenstadt ohne Parkschein parken

Bei was wird man erwischt? Genau.


[1] – Zitat von Dr. H.J.L., der mein Mathematiklehrer in der Oberstufe war und mit diesen Worten Aussagen kommentierte, die ohne jeglichen Beweis abgegeben wurden.

[2] – Es handelt sich hier lediglich um ein Gedankenexperiment, aber wer es unbedingt ausprobieren will, der soll mich hinterher nicht für die Folgen verantwortlich machen…

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