Ich bin kein Freund von öffentlicher Berichterstattung über GeoCaching, das sollte hinlänglich bekannt sein.
Das hat, um es kurz zusammenzufassen, im Wesentlichen zwei Gründe:
- GeoCacher werden in aller Regel als durch geknallte Umweltverschmutzer und Waldzertrampler dargestellt.
- GeoCaching wird immer weiter in die breite Öffentlichkeit getragen, was zur Folge hat, dass Hinz und Kunz nun der Meinung sind, sie müssten GeoCachen gehen.
Die Rheinzeitung hat dem Thema gleich eine ganze Seite mit drei Überschriften gewidmet. Der Hauptteil ist, wie bei der Rz nicht anders zu erwarten, ein bisschen im Bild-Zeitungsstil und auch das Mitwirken eines erfahrenen GeoCachers hat nicht verhindern können, dass hier Blödsinn geschriebn wird.
Natürlich muss unter einer der drei Überschriften auch die Naturproblematik aufgegriffen werden. Hier werden Zahlen genannt, die man als haltlose Behauptung auffassen muss, aber auch das sind wir gewöhnt.
Richtig gefallen hat mir der dritte Teil, der zwar eine selten dämliche Überschrift hat (“Elite wendet sich ab – Pioniere[1] sehen steigende Popularität kritisch”), aber trotzdem eine wesentliche Aussage enthält:
Rz: Inwiefern sind die Umgangsformen verfallen?
TM “wittels”: Naja, ich würde sagen, dass die Cacher, die nachkommen, eher simple Charaktere sind. Ursprünglich waren sie mal pfiffig und technisch orientiert.
Ich bin zwar keiner der Pioniere, ich cache erst seit zwei Jahren, aber ich sehe das genauso. Man muss nur mal ein paar Blicke ins Groundspeak-Forum werfen, da wird bei der kleinsten Schwierigkeit sofort die gesamte Cacherwelt alarmiert und um Hilfe gebeten. “Ich versteh meinen GPS-Empfänger nicht”, “Ich kann kein Englisch”, “Ich frage mal hier, weil ich die Suchfunktion nicht verstehe”, “das Rätsel ist mir zu schwer, helft mir!”.
Ich muss ganz klar sagen: Weicheier ohne Stolz und vor allem ohne den Willen, selber Probleme zu lösen.
Dazu kommen natürlich die Grobmotoriker, die nicht in der Lage sind, eine einfache Tupper-Dose zu öffnen[2], ohne sie dabei total zu demolieren…
GeoCaching ist wie angewandter Darwinismus: Wer unfähig ist, der bleibt eben auf der Strecke.