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Archiv für das Tag 'heise'

Ein netter Titel von heise, der weiter unten auf deren Seite mit “Wieder was gelernt” kommentiert wird. Der Kommentator meint hier die Bezeichnung der Einwohner.

Ich habe auch gelernt und zwar nicht nur “was” sondern einiges darüber, was man bei heise (namentlich: Daniel AJ Sokolov) nicht weiß und trotz alledem noch lange nicht nachschlägt oder verifiziert und was an dieser ganzen Meldung zu meinem Kopfschütteln führt:

  1. Das Land heißt Bangladesch mit “sch” und nicht mit “sh” [1,2,3]
  2. Die Einwohner heißen Bangladescher. Sie heißen genauso wenig “Bangladeschi” oder “Bangladeshi” wie Iraki und Pakistani. [1,2,3]
  3. Das durchschnittliche pro-Kopf-Einkommen liegt bei 621 Dollar im Jahr, das wird hier leicht nach oben auf 2 Euro pro Tag angepasst – das rechnet sich leichter. Genaugenommen sind es aber nur 1,28 Euro je Tag also 36% Schwund in der Rechnung des Herrn S., aber wir wollen ja nicht kleinlich sein ;-)
    [1,4]
  4. Es gibt 250 Audiolektionen zu je drei Minuten bei einem Minutenpreis von umgerechnet 1,- Eurocent sind das 7,50 Euro.
    Um sich das leisten zu können muss der Bangladescher also fast sechs Tageslöhne bezahlen. Grob gerechnet also 1,6% des durchschnittlichen Jahreseinkommens. Das deutsche durchschnittliche Einkommen pro Jahr liegt bei 17.169 Euro, der Sprachkurs käme dann hier auf 2747 Euro. Jetzt wissen wir, was den Menschen da für einen Englischsprachkurs abverlangt wird
  5. Laut Meldung wird die Anwendung zuerst für das iPhone entwickelt, weil das sicherlich das dort meistgenutzte Halbsmartspaßphone  sein dürfte – es kostet ja auch nur knapp einen Jahreslohn, also 17.169 Euro…

[1] – http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Bangladesch.html
[2] – http://de.wiktionary.org/wiki/Bangladesch
[3] – Im Duden hätte man das früher auch nachschlagen können, aber die verlangen für dieses eine Wort sage und schreibe 0,25 Euro…

[4] – 621 Dollar : 356 Tage =~ 1,74 Dollar. Umrechnungskurs: 1 Dollar : 1,36 Euro, also sind das 1,28 Euro pro Tag

Quelle: heise Unter diesem Titel bezieht sich heise auf eine Studie des amerikanischen Highway Loss Data Institute, in dem anhand eines Vergleichs der Unfallzahlen vor und nach Einführung eines Telefonierverbots ohne Freisprecheinrichtung aufgezeigt werden soll, dass ein Handyverbot nichts bringt.

Dazu möchte ich mal anmerken, dass dieses Institut sich auf seiner Startseite das wissenschaftliche Arbeiten auf die Fahne geschrieben hat, der Ausgang der Studie aber mit den Worten

"Die Unfallzahlen blieben vielleicht konstant, weil das Telefonieren per Freisprechanlage ebenso ablenkt, wie das Telefonieren mit einem Handy"

abgeschlossen wird, was nicht wissenschaftlich ist, sondern eine freche Behauptung [1].

Am Tag davor titelte heise mit “US-Forscher: Handy beim Autofahren kein Unfallrisiko”, was nicht im geringsten dem Inhalt entspricht und sich etwa auf dem Niveau einer Bild-Schlagzeile bewegt.

Nun, dann will ich den Herrschaften mal einen Steilpass geben, damit sie ihre eigene Studie besser verstehen:

Verbote bringen grundsätzlich nie etwas, es sei denn, man überwacht die Einhaltung der Verbote.

Beispiel:

Wenn man, wie ich, häufig auf den deutschen Autobahnen unterwegs ist, dann fragt man sich vielleicht, wieso LKW so oft im Überholverbot überholen, warum so dicht aufgefahren wird und warum man ständig rechts überholt wird. Auch hier ist die Antwort ganz einfach:

Die Wahrscheinlichkeit, dass man auf einer Autobahn vom Blitz getroffen wird, ist höher, als diejenige, einen fahrenden Polizeiwagen zu sehen, der nicht nur von A nach B unterwegs ist, sondern dort tatsächlich der Verkehrsüberwachung dient.

Die Polizeibeamten sind an dieser Misere vermutlich unschuldig, ich sehe die Schuld eher bei den Politikern, die bei steigenden Kraftfahrzeugzahlen die Anzahl der Polizeibeamten reduzieren und gleichzeitig die Aufgaben der Polizei verdoppeln…

Gegenbeispiel:

Ich rege folgendes zweistufige Experiment [2] an:

  1. 30 Minuten Handytelefonierend über die Autobahn fahren und dabei nach eigenem Ermessen rechts überholen
  2. 30 Minuten in der Koblenzer oder Kölner Innenstadt ohne Parkschein parken

Bei was wird man erwischt? Genau.


[1] – Zitat von Dr. H.J.L., der mein Mathematiklehrer in der Oberstufe war und mit diesen Worten Aussagen kommentierte, die ohne jeglichen Beweis abgegeben wurden.

[2] – Es handelt sich hier lediglich um ein Gedankenexperiment, aber wer es unbedingt ausprobieren will, der soll mich hinterher nicht für die Folgen verantwortlich machen…

schwerlastvogelHeute Morgen dachte ich, die Nacht wäre zu kurz gewesen und mein Augenlicht noch stark getrübt, doch was ich sah war wahr: Thunderbird 3 verschlingt dauerhaft zwischen 20% und 25% Prozessorzeit, ein echter Schwerlastvogel…

Nun gut, die Entwickler haben es nicht nur geschafft, dass Thunderbird jetzt genauso langsam wie Firefox ist, nein, obendrein verschlingt Thunderbird bei der Verwaltung eines IMAP-Kontos und der 83 Newsgroups, die ich lese, auch noch wesentlich mehr Prozessorzeit als Outlook, Firefox und Opera zusammen.

Damit ist für mich klar, dass ich mich auf die Suche nach einem anderen Newsclient mache.

Erste Tests mit Opera sind ein wenig ernüchternd, weil das Abonnieren von Groups doch ein wenig umständlich ist, dennoch hat diese Lösung einen gewissen Charme, weil ich mir trotz vieler abonnierter Groups schnell einen Überblick verschaffen kann, wo es neue Nachrichten gibt.

Opera verwende ich auch zum Browsen immer lieber, weil er wesentlich schneller als Firefox agiert und nicht die Hälfte an Ressourcen verbraucht.

Zwischendurch noch ein Blick ins heise Softwareverzeichnis, Stichwort Usenet-Clients. Ernüchternd, ernüchternd.
Die am besten bewertete Software nach Opera ist XNews, die in einem nostalgischen Windows 3.11-Design daherkommt. Ein anderer Client, OpenXP, startet gar in einer DOS-Box.
Bei all diesen Einträgen fällt vor allem auf, dass sie seit Ewigkeiten nicht mehr aktualisiert wurden und die Entwicklung der Programme anscheinend eingestellt wurde.

Ich komme nicht umhin, laut zu *seufz*-en.

Updatebenachrichtigungen über den heise-Newsticker sind ja etwas Feines. Da liest man, dass Thunderbird in Version 3 erschienen ist und macht sich sofort auf die Suche nach dem Changelog, um zu sehen, ob es bahnbrechende Neuerungen gibt.

Ja, es gibt tatsächlich einiges, also installiere ich das einfach mal…

Während der Installation wird mir mitgeteilt, dass es jetzt endlich eine Integration in die Windowssuche gibt, was ich sehr begrüße, denn so muss ich mir nicht mehr merken, wo ich was gelesen habe, ich muss mich nur noch daran erinnern, wie das Stichwort geschrieben wird – prima.

Nun, die gute Nachricht ist, dass ich nichts neu konfigurieren musste, alle Konten einschließlich News sind noch da. Die schlechten Nachrichten:

  • die Integration in die Windowssuche funktioniert nicht,
  • Tabs braucht kein Mensch und
  • Thunderbird ist jetzt endlich so langsam, wie Firefox

Saubere Leistung, ich werde mich wohl mal nach einem anderen Newsclient umsehen, denn das ist ja eine Katastrophe…