Highslide for Wordpress Plugin

Archiv für das Tag 'Schnee'

Jens

Viel hilft viel

Das ist die kurze Zusammenfassung einer sehr falschen Lebenseinstellung oder die einfache Art, den Ausspruch Qualität geht über Quantität [1] durch die Tat ad absurdum zu führen.

Heute Morgen durfte ich diese anscheinend typisch deutsche Lebenseinstellung wieder in ihrem Auswirkungen bewundern, als ich auf dem Rückweg vom Bäcker so seltsame Schneeverwehungen sah:

01022010016

Das sieht aber seltsam aus, dachte ich noch, während ich näher heranging:

01022010017

Anscheinend ist der Schnee vereist, denn er hat eine sehr kristalline Form…

01022010018

Ah, das Rätsel ist gelöst, es ist kein Schnee, da hat jemand in unendlicher Weisheit und Wetterfühligkeit den nächsten Bodenfrost mit Blitzeis vorhergesehen und schon einmal Salzdepots angelegt ;-)

Wie gut, dass es Städte gibt, in denen das private Salzstreuen inzwischen verboten ist [2], weil man erkannt hat, dass das ganze die Umwelt und die Schuhe schädigt.

Und noch besser finde ich es, wenn einer Stadt das Salz ausgeht und man länger etwas von dem schönen Weiß hat. Am letzten Wochenende hat es dazu geführt, dass wir ziemlich viel zu Fuß erledigt haben, viel frische Luft geatmet haben und uns sehr über Fahrer von Oberklasselimousinen mit Heckantrieb und Sommerreifen amüsiert haben


[1] – Nein, das hat nichts mit Füßen zu tun.

[2] – Koblenz gehört nicht dazu, das ist aber auch klar, schließlich leben wir hier in extremen alpinen Verhältnissen und bei 20 Tagen Schnee im Jahr und durchschnittlich 50cm Neuschnee pro Nacht… </Sarkasmus>

Jens

Tauwetter in Koblenz

In der letzten Woche fing der ganze schöne Schnee an, sich in Wasser bzw. Wohlgefallen aufzulösen. Das tat er aber teilweise so spektakulär, dass ich zur Kamera griff.

Das ist dabei herausgekommen:

Ich sehe heute Morgen aus dem Fenster unserer Wohnung und Koblenz und tatsächlich, da ist er, der angekündigte und von uns lang erwartete Schnee.
Schnee, der auch noch liegen bleibt, ist in Koblenz ja prinzipiell etwas Seltenes, um so mehr erfreut er mein Auge, weil die Stadt nun wenigstens einmal sauber und freundlich aussieht.

Alles wäre nun so schön [1], wenn da nicht ein kleiner Tropfen des Wehmuts bliebe und das sind die Autofahrer in dieser Stadt, die anscheinend glauben, dass sich Koblenz direkt auf dem Äquator befindet und deswegen ganzjährig schnee- und eisfrei bleibt. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso einige Belehrungsresistente bei diesen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs sind.

In einer Stadt, in der arglosen Studierenden sogar das Grillen verboten wird [2], die in einem Land liegt, in dem alles haarklein reglementiert wird, sollte es doch möglich sein, ohne auf das allgemeine Herumgeweine zu hören, den Besitzer eines Kraftfahrzeugs dazu zu zwingen, sein Fahrzeug in einer bestimmten Jahreszeit mit Winterreifen auszustatten. Die existierenden Strafgelder von 20,- bzw. 40,- Euro sind meiner Meinung nach viel zu niedrig angesetzt, wenn man überlegt, welches Gefahrenpotential von Fahrzeugen mit Sommerreifen ausgeht.

Es geht ja nicht nur um den Schnee, sondern auch darum, dass Sommerreifen ab Unterschreitung einer bestimmten Außentemperatur aufgrund ihrer härteren Gummimischung einfach nicht mehr so viel Grip auf der Fahrbahn bieten, wie es Winterreifen tun.
Und vor allem anderen geht es mir dabei nicht darum, dass irgendwelche Herrschaften mit Ihrer dicken E-Klasse ins Rutschen kommen, sondern darum, dass diese Menschen Unfälle verursachen, andere Menschen schädigen, behindern und Staus verursachen.

Kurz und gut: Wer bei diesem Wetter mit Sommerreifen unterwegs ist, der demonstriert deutlich, wie egal ihm andere Menschen sind und dass er die mögliche Schädigung anderer bei Fahrtantritt billigend in Kauf nimmt

[Update:]Auf dem Weg zum Bäcker habe ich mal alle Fahrzeuge mit und ohne Winterreifen gezählt. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn von 23 Fahrzeugen waren nur 14 mit Winterreifen ausgerüstet. Bei einem Fahrzueg war auf den Sommerreifen sogar teilweise fast kein Profil mehr zu sehen. Ich wünsche guten Rutsch.


[1] – Das Leben in drei Stufen: Alles wird gut -> Es könnte alles so schön sein -> Es hätte alles so schön sein können
[2] – vgl. Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Koblenz